Zusammengefasst von Christian Freier- Bettina- von- Arnim- Oberschule, Thema Evolution Leistungskurs Biologie            [Homepage]    [Hausaufgaben- Seite]

Evolutions - Überblick

Isolation und Artbildung

1. Einführung in die Evolutionstheorie
2. Evolutionsfaktoren
       > Variation und Rekombination
       > Mutationen
       > Selektion
       > Gendrift
       > Isolation und Artbildung 
       > Adaptive Radiation           

1. Es gab verschiedene Evolutionstheorien, die ich für euch auf dieser Seite dargestellt habe.

2. Evolutionsfaktoren

Variation und Rekombination

Population: Gruppe von Individuen, die zur gleichen Zeit in einem Biotop leben und sich miteinander fortpflanzen können.
Variation: Phäno- und genotypische Verschiedenheit der Individuen einer Art

Die zur Familie der Schirkelschnecken gehörenden Heideschnecken sind in sehr trockenen Lebensräumen anzutreffen. An heißen Sommertagen kleben sie sich mit Schleim an Ästen und Stämmen fest und überdauern hier die Hitzezeit. Findet man eine große Anzahl von Tieren an einem Stamm, so erkennt man augenblicklich die Vielfalt, von Gehäusemustern. Trotz der Verschiedenheit sind es Tiere einer Art, weil sie sich uneingeschränkt untereinander fortpflanzen können.

Die variierenden Gehäusemuster sind erbfeste Merkmale; sie werden von verschiedenen Genen verursacht, die Farbe und Art der Bänderung bestimmen. Von jedem Gen gibt es verschiedene Allele. Die Vielfalt der Merkmale ist die Folge genetischer Vielfalt der Schnecken. Sie kommt zustande, weil in der Population die vorhandenen Allele immer wieder zufällig rekombiniert werden.

Rekombination von Allelen wird durch sexuelle Fortpflanzung ermöglicht. Bei diploiden Organismen befinden sich in den Urkeimzellen homologe Chromosomenpaare. Ein Chromosom eines Paares stammt vom Spermium, das andere von der Eizelle. Beide tragen meist verschiedene genetische Informationen. Bei der Keimzellenbildung werden die homologen Chromosomen getrennt. In einer Keimzelle befinden sich dann praktisch immer Chromosomen beider Eltern. Durch die zufällige Verteilung der homologen Chromosomen auf die entstehenden Keimzellen kann eine große Anzahl genetisch verschieden ausgestatteter Keimzellen entstehen.

Bei der Fortpflanzung kommt es zur Vereinigung von Keimzellen, deren Gene einem riesigen Rekombinationspotential entstammen. Je nach Organismenart gibt es unterschiedlich viele Nachkommen. Auch bei sehr vielen Nachkommen wird nur ein Bruchteil der möglichen Kombinationen realisiert. Von den vielen Nachkommen überlebt nur ein geringer Teil. Alle Organismen, die an diesem Genaustausch teilnehmen können, bilden eine Population. Die Gesamtheit der Populationen, deren Individuen sich untereinander fortpflanzen können, bilden eine Art.

Mutationen

Genpool: Gesamtheit der genetischen Information einer Population

Bei der Taufliege Drosophila treten mehrere Augenfarben auf. Die Wildtypfarbe ist rot. Gelegentlich findet man Tiere mit weißen, braunen oder eosinfarbenen Augen. Genetische Untersuchungen zeigen, dass vier verschiedene Allele eine Gens vorliegen.

Diese multiplen Allele sind durch Mutationen des Wildtypsalles entstanden. Mutationen treten immer wieder von selbst ohne erkennbaren Anlass auf. Sie verändern Erbanlagen und damit die genetische Information zufällig und ungerichtet. Der Zeitpunkt für ein solches Ereignis uns seine Auswirkungen sind nicht vorhersagbar. Betrifft eine Mutation nur ein Basenpaar der DNA, so spricht man von einer Punktmutation. Durch Mutationen wird die Gesamtheit aller genetischen Informationen in einer Population , der Genpool, erweitert.

Selektion

Selektion: Natürliche Auslese durch Umweltbedingungen
Selektionsfaktor: Umwelteinfluss, der unterschiedliche Fortpflanzungsraten verschiedener Phänotypen bewirkt.
Selektionsdruck: Einwirkung der Selektionsfaktoren auf eine Population
Transformierende Selektion: Selektion bewirkt Genpooländerung
Stabilisierende Selektion: Selektion bewirkt Erhaltung des Genpools.
Fitness: Wenn eine Population eine hohe Fortpflanzungsrate besitzt.

Gendrift (unter Verwendung eines Beispiels)

Der Pingelap- Archipel ist eine Inselgruppe im Pazifik. Hier leben etwa 1600 Eingeborene, von denen 5 % farbenblind sind. Sie sind homozygote Träger eines rezessiven Allels a, das die Sehstörung bewirkt. Das Allel tritt auch in anderen Populationen auf; erstaunlich ist jedoch die große Häufigkeit bei dieser Inselpopulation.

Die Ursache für diese Besonderheit findet man in der Geschichte der Inselbevölkerung. Im späten 18. Jahrhundert starben viele Einwohner bei tropischen Wirbelstürmen und durch Hungersnot. Die Population war stark dezimiert, nur etwa 30 Personen überlebten. Wenn sich unter ihnen ein heterozygoter Träger des Allels a befand, so betrug die anfängliche Allelfrequenz q=1,7 % (vorher 0,05 %). Nun ist bei kleinen Populationen, die im Wachstum sind, keine Stabilität der Allelfrequenzen zu erwarten. Es kommt vor, dass der einzige Träger eines bestimmten Allels besonders viele Nachkommen hat oder ach ganz ohne Nachkommen stirbt.

Durch solche Zufälligkeiten wird der Genpool nachhaltig beeinflusst. Diese Zufallswirkungen werden als Gendrift bezeichnet. Der große Anteil des Farbenblindheit- Allels ist auf Gendrift zurückzuführen, weil andere Ursachen, wie eine besonders hohe Mutationsrate oder ein Selektionsvorteil für Farbenblinde, ausscheiden.
Gendrift ist nur in kleinen Populationen möglich. Die vorübergehend geringe Populationsgröße, der Flaschenhalseffekt, tritt bei Fein- Beute- Beziehungen auf oder bei Organismen, die ausgeprägte Massenwechsel zeigen. Das erneute Populationswachstum kann nur mit dem genetischen Bestand der Überlebenden erfolgen. Die Wiederbesiedlung eines Lebensraumes nach einer Naturkatastrophe geht manchmal von sehr kleinen Teilpopulationen aus, die in zufälliger Zusammensetzung in einem Teilbiotop überlebt haben. Diese Organismen müssen nicht diejenigen mit der größten Fitness sein. Oft spielen Eigenschaften, die Fitness bewirken, keine Rolle für das Überleben bei Katastrophen. Im Gebpool der Gründerpopulation sind die mitgebrachten Allele in Art und Häufigkeit keineswegs repräsentativ für den Genpool, dem sie entstammen. Dabei kann es sogar vorkommen, dass sich ehemals nachteilige Merkmale in der Population ausbreiten können, weil jetzt Konkurrenten oder Fressfeinde fehlen.

Gendrift ist in der Natur nicht direkt nachweisbar. Erst wenn alles anderen Evolutionsfaktoren zur Erklärung ausscheiden, muss man von Gendrift ausgehen.

Isolation und Artbildung

GenpoolGrünspecht und Grauspecht sind zwei Spechtarten, die bei uns gemeinsam Waldränder und lockere Mischwälder besiedeln. Bei flüchtiger Betrachtung kann ein auffliegender Grauspecht leicht mit der anderen Art verwechselt werden. Doch zeigen beide Spechtarten bei genauer Betrachtung deutliche Unterschiede im Gefieder. Der Grünspecht ist in vielen Schattierungen grün gefärbt, besitzt eine schwarze Gesichtsmaske und trägt eine rote Haube. Beim Grauspecht ist der Vorderkopf des Männchens rot, beim Weibchen graugrün. Das Gefieder ist an einigen Stellen grau statt grün.

Spechtarten

Die Entstehung dieser zwei Spechtarten aus einer Art ist auf einschneidende Klimaveränderungen zurückzuführen. Im Verlauf der letzten Kaltzeit rückten in Europa Eisfronten von Skandinavien nach Süden und von den Alpen nach Norden vor. Auf dem Höhepunkt dieser Kaltzeit vor etwa 20 000 Jahren waren die Gletscher in unserem Raum etwa 500 km voneinander entfernt und es bildete sich eine lebensfeindliche Kältesteppe aus. Es blieben für viele wärmebedürftige Arten nur Lebensräume im Südosten und im Westen Europas. Dadurch wurden Tier- und Pflanzenpopulationen in östliche und westliche Teilpopulationen getrennt. Diese geographische Isolation durch die Eisbarriere bewirkte die genetische Isolation der Genpools; der Genfluss war unterbrochen. Es folgte die unabhängige genetische Entwicklung der getrennten Populationen bei unterschiedlichen Umwelt- und Selektionsbedingungen. Beide Genpools wurden verändert. Dadurch entstanden zwei Unterarten, die man als geografische Rassen bezeichnet. Sie unterschieden sich zwar voneinander, hätten aber bei Aufhebung der Isolation zu diesem Zeitpunkt wieder zu einer Population verschmelzen können.

Nach dem Rückzug der Gletscher wurden die Gebiete wieder besiedelt. Jetzt trafen die lange Zeit getrennten Populationen wieder aufeinander, vermischten sich aber nicht. Die genetischen Differenzierungen waren so weit fortgeschritten, dass sie sich jetzt im gleichen Lebensraum nicht mehr kreuzten. Der Genfluss blieb unterbrochen. Die Isolation ermöglichte, dass sich aus einer Art zwei Arten entwickelten. Im Osten entstand der Graspecht, im Westen der Grünspecht. Isolation kann Artaufspaltung bewirken.

Die beiden Spechtarten konkurrieren nur wenig um Nahrung. Der Grünspecht ernährt sich hauptsächlich von Ameisen. Mit seiner langen Leimrutenzunge stochert er regelmäßig in Nestern und Ameisenhaufen. Der Grauspecht hält sich häufig an Baumstämmen auf und sucht hier baumbewohnende Insekten und deren Larven. Weil asiatische Grauspechte überwiegend Bodenspechte sind, darf man annehmen, dass die europäischen Grauspechte an die speziellen Bedingungen ihres Lebensraumes angepasst wurden. Als Baumspechte stehen sie mit den bodenbewohnenden Grünspechten nicht mehr in Konkurrenz. Der evolutive Prozess, der zur Anpassung einer bestehenden Art an die speziellen Lebensbedingungen führt, heißt Einnischung .Eingenischte Arten haben gegenüber anderen weniger gut angepasste Arten, die denselben Lebensraum nutzen, einen Selektionsvorteil.

Es gibt die Ökologische Isolation, Tageszeitliche Isolation, Ethologische Isolation und die Jahreszeitliche Isolation auf die ich nicht näher eingehen werde.

Adaptive Radiation

Den Vorgang der Aufspaltung einer Population in mehrere Unterarten und Arten unter gleichzeitiger Ausbildung verschiedener ökologischer Nischen bezeichnet man als adaptive Radiation. An diesem Vorgang zeigt sich ein grundsätzliches Phänomen der Evolution. Unablässig entstehen in Populationen durch Mutation und Rekombination neue Phänotypen. Viele von ihnen sind mit ihren Merkmalsausprägungen etwa so gut angepasst wie ihre Vorfahren.