|
Evolutionstheorien |
||||
| Charles Darwin. Charles Darwin (1809-1882) studierte als Sohn eines wohlhabenden englischen Arztes zunächst Medizin, wandte sich aber aus wirtschaftlichen Gründen bald der Theologie zu. Daneben galt sein besonderes Interesse biologischen Problemen. Im Jahre 1831 bot sich ihm die einmalige Chance, an Bord des Vermessungsschiffs "Beagle" eine fast fünfjährige Forschungsreise rund um die Erde zu unternehmen. Dabei gelangte er zu Forschungsergebnissen, die mit der damals herrschenden Vorstellung von der Unveränderlichkeit der Arten nicht in Einklang zu bringen waren. Ab 1837 versuchte er, Belege für die Veränderlichkeit der Arten zu finden und die Ursachen des Artwandels zu klären. Dazu wertete er nicht nur das umfangreiche Material seiner Forschungsreise aus, sondern arbeitete insbesondere auch eng mit Tierzüchtern und Gärtnern zusammen. Darwin legte als erster Forscher eine umfassende Theorie über die Entstehung der Arten vor, die durch Erkenntnisse aus den verschiedenen Wissenschaftsgebieten untermauert war und damit viele seine Zeitgenossen überzeugte. Die grundlegenden Aussagen seiner Selektionstheorie sind folgende: - Jede Art erzeugt mehr Nachkommen als aufgrund der zur
Verfügung stehenden Nahrungsquellen überleben können (Überproduktion)
|
Carl von Linné
Dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707 - 1778) gelang als
Erstem eine Gliederung der damals bekannten Lebewesen in ein umfassendes,
hierarchisch aufgebautes System mit klar erkennbaren
Klassifikationsmerkmalen. Pflanzen gliederte er nach Blütenorganen und
Tiere ordnete er nach anatomischen und physiologischen Kriterien. Arten
charakterisierte er durch einen Gattungs- und einen Artnamen (binäre
Nomenklatur). Den Menschen stellte Linné zusammen mit Affen, Lemuren
und Fledermäusen zur 1. Ordnung innerhalb der Klasse Mammalia
(Säugetiere), den Primaten (Herrentiere). Linné ging im Geiste seiner Zeit
von der Unveränderlichbarkeit der Arten aus (Artkonstanz). Georges Cuvier Georges Cuvier (1769- 1832) gilt als einflussreichster Wissenschaftler im Frankreich des beginnenden 19. Jahrhunderts. Er versuchte, durch intensive anatomische Studien das System LINNÈS weiterzuentwickeln. Cuvier erforschte die geologischen Schichten im Pariser Becken. Bei diesen Untersuchungen fand er zahlreiche Fossilien, die er dann ausführlich wissenschaftlich beschrieb. Er erkannte, dass es sich bei Fossilien um die Reste von Lebewesen handelt und stellte fest, dass verschiedene geologische Schichten unterschiedliche Fossilien aufwiesen. Als Erklärung diente ihm seine Katastrophentheorie. Naturkatastrophen vernichteten in größeren Zeitabständen immer wieder die Tiere und Pflanzen in einem bestimmten Gebiet. Aus benachbarten Gebieten, die von der Katastrophe nicht betroffen waren, wanderten die Lebewesen in das zerstörte Gebiet wieder ein. Auch Cuvier war, wie Linné, ein Anhänger der Artkonstanz. |
Jean Bapiste de Lamarck
Er wurde 1793 Professor für niedere Tiere. Er schuf ein neues Tiersystem mit den Gruppen "Wirbeltiere" und "Wirbellose Tiere", für deren Systematik er neue Grundlagen legte. Bei der Auswertung der umfangreichen Pariser Sammlungen erkannte er fließende Übergänge zwischen verschiedenen Arten. Er fand Übergangsformen zwischen fossilen und rezenten Weichtieren und schloss daraus, daß Arten nur eine zeitweilige Beständigkeit aufweisen. Er fasste seine Thesen folgernder Maßen zusammen: Erstes Gesetz: "Bei jedem Tiere, welches den Höhepunkt seiner Entwicklung noch nicht überschritten hat, stärkt der häufigere und dauernde Gebrauch eines Organs dasselbe allmählich, entwickelt, vergrößert und kräftigt es proportional der Dauer des Gebrauchs; der konstante Nichtgebrauch eines Organs macht dasselbe unmerklich schwächer, verschlechtert es, vermindert fortschreitend seine Fähigkeiten und lässt es endlich verschwinden." Zweites Gesetz: "Alles, was Individuen durch den Einfluss der Verhältnisse, denen ihre Rasse lange Zeit hindurch ausgesetzt ist und folglich durch den Einfluss des vorherrschenden Gebrauchs oder konstanten Nichtgebrauchs erwerben oder verlieren, wird durch die Fortpflanzung auf die Nachkommen vererbt, vorausgesetzt, dass die erworbenen Veränderungen bei den Geschlechtern oder den Erzeugern dieser Individuen gemein sind."
|
||
Quellen: NATURA, Ernst Klett Verlag, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Oberstufe