Hinweise zur Parasitologie
                       Wechselwirkungen zwischen Parasit und Wirt, Entstehung der Parasitologie, Evolutionsgeschwindigkeit

 

Die Entstehung der parasitischen Lebensweise

Parasiten stammen von freilebenden Formen ab.Der Übergang zur ektoparasitischen Lebensweise ist durch das Vorhandensein von abgewandelten Extremitäten bei den sog.Ektoparasiten zu erklären.So sind z.B. die Antennen der parasitischen Ruderfußkrebse zu Greiforganen umgewandelt worden,sie dienen dazu,um sich am Wirt festhalten zu können und werden von der Selektion begünstigt.Bei Ektoparasiten sind die Mundwerkzeuge oft zu stechend-saugenden Organen umgewandelt.

Die Endoparasiten,die im Darm ihrer Wirte leben,sind feindlichen Bedingungen wie Sauerstoffmangel,extremen ph-Werten,hohen Temperaturen u.a. ausgesetzt.
Die Vorfahren der Innenparasiten müssen also schon unter ähnlichen Bedingungen gelebt haben
sie müssen also gewisse Anpassungen (Präadaptionen) mitbringen.

 

Betrachtet man Dromedar und Lama nebeneinander, so fallen auf den ersten Blick wesentliche Unterschiede  im Körperbau auf. Beim genaueren Vergleich erkennt man, dass die beiden Tierarten in einer verwandtschaftlichen Gruppe stehen. Man weiss heute, dass sich die Kamele, zu denen Dromedare und Lamas gehören, aus einer gemeinsamen Urform entwickelten, die im Jungtertiär, also vor etwa 3 Mio. Jahren, wahrscheinlich in Nordamerika lebten. Von den Urkamelen lassen sich zwei Linien ableiten, die sich sowohl in ihren Lebensraum als auch im Äußeren unterscheiden. In den wärmeren Gebieten der Subtropen Asiens und Afrikas leben die Trampeltiere und Dromedare, während es in den Gebirgen Südamerikas Kamele gibt. Während der Besiedelung dieser unterschiedlichen Lebensräume traten Anpassungen im Körperbau auf, so dass wir heute zwei unterschiedlich aussehende Tiere vorfinden.

Trotz dieser Verschiedenheit leben im Fell dieser Tiere Läuse, die einander völlig gleich sind. Lamas und Dromedare werden von der selben Parasitenart bewohnt. Das ist auffällig, da die Tierwelten Afrikas und Südamerikas sonst recht große Unterschiede aufweisen.
Die Gemeinsamkeit im Parasitenbefall kann nur durch die Annahme erklärt werden, dass auch das Urkamel schon von der Kamellaus geplagt wurde. Als die Nachfahren des Urkamels unterschiedliche Lebensräume eroberten, erfolgten Anpassungen an die neue Umgebung. Der Lebensraum der Laus blieb während dieser Veränderung gleich. Körpertemperatur, Luftfeuchtigkeit im Fell und die Zusammensetzung des Kamelblutes änderten sich nicht, so dass die Läuse in der ursprünglichen Form erhalten blieben. Aus diesem Beispiel kann man eine Regel ableiten, die für die Entwicklung für Parasiten und Wirten gilt:  Die
Evolutionsgeschwindigkeit der Parasiten ist im allgemeinen wesentlich geringer als die ihrer Wirte. So kommt es, dass verwandte Tiergruppen häufig die gleichen Parasiten haben.